Im Thüringer Landtag ist ein Antrag der Linksfraktion mit den Stimmen der AfD angenommen worden. Darüber hatte zuerst das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ (verlinkt auf https://www.spiegel.de/politik/deutschland/thueringen-wenn-ploetzlich-linke-und-afd-eine-mehrheit-bilden-a-7e42a3a3-00b4-431b-8c79-8dc01f5a7ac8) berichtet. Bei der Abstimmung am vergangenen Donnerstag in Erfurt stimmten 32 Abgeordnete für und 30 gegen den Antrag. Die Gegenstimmen kamen aus den Fraktionen von CDU, SPD und BSW. Enthaltungen gab es nicht. Der Antrag der Linken zur Förderung von Sportstätten sieht vor, die Landesregierung aufzufordern, sich für ein langfristiges Investitionsprogramm zur Sanierung und zum Neubau von Sportstätten einzusetzen sowie Kommunen und Vereine stärker zu unterstützen. Zudem soll Thüringen über den Bundesrat eine bundesweite Sportstättenförderung anstoßen. Die Regierungskoalition aus CDU, SPD und BSW hatte den Vorstoß als entbehrlich bewertet und auf bereits beschlossene Regelungen verwiesen. Die Linke weist den Vorwurf einer bewussten gemeinsamen Abstimmung mit der AfD zurück und spricht von einer sogenannten Zufallsmehrheit. Fraktionsvorsitzenden Christian Schaft sagte gegenüber dem „Spiegel“, dass das Ergebnis nur zustande gekommen sei, weil mehrere Abgeordnete der Regierungsfraktionen bei der Abstimmung fehlten. Schaft betonte außerdem, dass seine Fraktion mit der Zustimmung der AfD nicht gerechnet habe. „Von der AfD hatten wir keine Rückmeldung im Vorfeld, wie sie sich zu unseren Anträgen verhalten wird“, sagte der Linke-Fraktionschef der Nachrichtenagentur dpa. Auch die Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Heidi Reichinnek, wies die Vorwürfe zurück. In der ntv-Talkshow „Pinar Atalay“ sagte sie ebenfalls, es habe keine vorherige Absprache mit der AfD gegeben. Diese habe bei dem Antrag zunächst Ablehnung signalisiert und sich dann „spontan umentschieden und zugestimmt“. Reichinnek kritisierte ebenfalls, dass bei der Abstimmung mehrere Abgeordnete der Thüringer Regierungskoalition nicht anwesend gewesen seien. BSW: „Nimmt eine Mehrheit mit der AfD bewusst in Kauf“ Die Abstimmung hat parteiübergreifend Reaktionen ausgelöst. Kritiker werfen der Linken vor, damit faktisch eine Mehrheit mit der AfD gebildet zu haben. Die „Junge Union Thüringen“ reagierte auf Instagram: „Doppelmoral at its best. Parlamentarische Mehrheiten sind nur Mehrheiten, wenn die AfD nicht mitstimmt – das fordert die Linke ja gerne (...). Es sei denn, es geht um die eigenen Anträge.“ Der Landtagsabgeordnete Matthias Herzog aus dem BSW schrieb auf Instagram: „Die Linke nimmt eine Mehrheit mit der AfD bewusst in Kauf. (...) Damit zeigt Die Linke, wie schnell politische Grundsätze zur Verhandlungsmasse werden, wenn es um symbolische Beschlüsse geht.“